Diesen Sonntag sind hier Kommunalwahlen.
Ich habe schon in der Provinz unheimlich viele Propaganda-Konvois durch die Strassen ziehen sehn: Bestehend aus einem grossen Laster voller Kinder, die bei jedem aus dem Lautsprecher droehnenden "Campuchea" jubeln und kleine Faehnchen schwingen, und hinterher fahren hunderte Mopeds. Alle tragen dieselben weissen T-Shirts und kappen. Die Leute machen da mit, weil sie freies Essen und Getraenke und eben genannte T-Shirts und Kappen bekommen. Schade ist, dass sich diese Art von Wahlpropaganda nur die amtierende CCP (Cambodia Peoples Party) leisten kann - Ich haette zu gern gesehen, was passiert, wenn zwei Konvois unterschiedlicher parteien aufeinandertreffen.
Seit Freitag ist hier offizieller Wahlkampfstop. Das Schokierende: Deswegen wurde hier uebers Wochenende eine SMS-Sperre verhaengt. Das Wahlkampfkommitee moechte so die Bekanntmachung von geheimen Wahlkampfveranstaltungen verhindern. Zum Glueck wurde zumindest der Vorschlag zur kompletten Einstellung aller Mobilfunknetze uebers Wochenende abgelehnt.
Aktionen solcher Art gibt es in anderen Laendrn nur im Kriegsfalle. Soviel zum Thema Kommunikationsfreiheit und Eingriff des Staates in das Privatleben der Kambodschaner.
Mehr Informationen zu den Wahlen von einem
Wahlbeobachtungs-Blog
und im
Phnom Penh Tagebuch
So nachdem ich so viele Mecker-Mails bekommen habe, warum ich mich denn nicht melde, möchte ich an dieser Stelle nochmal entschuldigen und gleichzeitig alle Schuld von mir schieben :-P
Ich bin in Phnom Penh angekommen, wurde von meiner Gastfamilie am Flughafen abgeholt (was für ein Empfang - schey) und wir sind dann nach einmal duschen und umpacken direkt zu ihrem Haus auf dem Dorf gefahren, das liegt ein paar Kilometer außerhalb von PP und verfügt nichtmal über fließend-Wasser - dementsprechend auch kein Internet. Soweit so gut, nur ging es dann weiter nach Sway Rien, einer Provinz im Süd-Osten Kambodschas, an der thailändischen Grenze. Dort haben ich und mein Chef bei dessen Familie geschlafen, und verzweifelt in der Stadt nach Internet gesucht, nur gab es dort wirklich nichts zu holen. Das einzige Internetcafe hatte irgendwie Probleme mit der Verbindung. Hmpf...
Es blieb mir nichts anderes übrig, als abzuwarten, bis wir zurück nach PP fahren würden.
In Sway Rien haben wir etliche Patenkinder besucht, zwei von uns renovierte Schulen auf die Nachhaltigkeit hin untersucht und außerdem noch eine Matheplympiade veranstaltet.
Es kam wie es kommen musste: Statt am Dienstag fertig zu werden, zog sich alles bis zum Donnerstag Vormittag.
Jedenfalls bin ich da, es geht mir gut, ich wurde weder ausgeraubt, noch entführt oder umgebracht.
Alles in bester Ordnung also.
Kambodscha ist übrigends auch in der Regenzeit nicht ganz hässlich ;-). Die Sonne lacht den ganzen Tag, in Sway Rien sind wir viel mit dem Moto auf dünnen Pfaden zwischen den ausgetrockneten Reisfeldern unterwegs gewesen. Links und recht vereinzelte Zuckerpalmen, ein paar Lehmhütten und Wasserbüffel, sonst nichts als flaches Land.
Hier in Phnom Penh herrscht Verkehrschaos wie eh und je. Ich habe heute ein Fahrrad bekommen, mit dem ich in Zukunft auf die Arbeit in das Büro fahren werde. Von meiner Wohnung sind das vielleicht 20 Minuten. Das Büro ist übrigends von der NGO COMPED, bei denen ich im Moment noch arbeite, bis das Semester wieder losgeht. Es ist wunderbar hoch gelegen, dass man über alle Dächer hinweg schauen kann.
Meine Wohnung werde ich nun doch erst heute beziehen. Sie liegt im obersten Stockwerk eines tyischen kambodschanischen Stadthauses (Bilder kommen noch). Dementsprechend warm und kuschelig ist sie auch, aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles ;-)
Hier ist übrigends gerade Mango-Saison... :-D
Am Wochenende werde ich in PP bleiben, muss mal ein bisschen rumradeln. Kann mich momentan noch überhaupt nicht orientieren. Bin in einem ganz anderen Viertel als beim letzten Mal und mein innerer Kompass hört nicht auf sich zu drehen.
Nach einer Woche in der Provinz bin ich wieder in der modernen Kommunikation angekommen. Allerdings ist hier ALLES etwas langsamer, auch die Internetverbindung.
Außerdem bin ich auf Arbeit, im Büro. Also werde ich heute Abend in meinem neuen Heim, dass ich dann hoffentlich beziehen kann, etwas mehr schreiben. Vor allem über meine Woche in Sway Rieng.
Ich bin in Bangkok angekommen, und es gefaellt mir richtig gut hier. Die Sonne lacht, es ist schweine-heiss aber es macht Spass, wieder mit dem Moped-taxi durch die Strassen zu duesen. Ausserdem gibt es ein paar nette Bars hier in Bangkok. Gestern in der Brick Bar hab ich die wahrscheinlich beste Ska-Band ueberhaupt gesehen. Alles total billig...
mein Guesthouse is ne Absteige, aber ich bin ja eh nur dort, um in einen Koma-artign Schlaf zu fallen.
Aus Phnom Penh dann mehr.
Okay das ist offiziell mein letzter Beitrag aus Deutschland für die nächsten 3 Monate, und ich ziehe ab, pünktlich, wenn es hier zu schneien beginnt.
Aber ich werd so manchen schrecklich vermissen...
Also passt gut auf euch auf und fühlt euch geknutscht...

Mögen Pat und Bob mit euch sein! ;)
Nach der dritten Joggingrunde in der Gartenstadt ist
das Rätsel der seltsamen Vögel endlich gelöst:
Es handelt sich um
Kiebitze, die ganz wahrscheinlich dort ihren Brutplatz haben. Ich werd an dieser Stelle nicht darauf hinweisen, dass die Eier besonders schmackhaft sind. :-P

Jetzt musste ich doch nochmal meinen Duden aus der Umzugskiste kramen:
Das Bild das du hochladest wird auf 16x16 Pixel skaliert und beschnitten.
...klingt irgendwie türkisch für mich.
Tatsächlich hat das Wort laden (hochladen steht nicht in meinem Duden in der 23. Auflage) zwei Bedeutungen:
1) laden (aufladen) - hier heißt es immer 'du lädst'
2) laden (einladen) - hier offiziell auch 'du lädst', aber veraltet und landsch. 'du ladest'
Hmmm. Upload passt eher zu aufladen und überhaupt... tztztz Twoday...
Vor allem weil das Hochladen immer noch nicht funktioniert, wie ich das möchte... Naja wenigstens hab ich rumgemeckert.
Achja, wenn wir schon bei seltsamen Schreibweisen sind: Hab mich neulich dabei erwischt, als ich Schreibblog statt Block in einen Brief geschrieben hab.
Ich hab mir jetzt auch endlich einen Online-Fotoaccount zugelegt.
Der Link ist hier rechts unter KlickMich ->
Animas Fotos zu finden.
Wenn da unten alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, also mein Laptop ans Internet kommt, meine Kamera funktioniert und sonst auch alles gut geht, werde ich dort meine Fotos hochladen. Dieses Programm ist eigentlich super praktisch: man läd es runter, das sortiert die Bilder auf dem PC und stellt sie ganz ansprechend dar, es funktioniert so einfach, dass selbst ich damit klarkomme und es hat die praktische Funktion der Web-Alben:
Picasa kriegt auf jeden Fall eine dicke Empfehlung, danke Jay für den Tip!
Schon mal drüber nachgedacht, wieviel man täglich so lernt? Jetzt in den Semesterferien, hat sich das bei mir erschreckend eingegrenzt. Obwohl es zu den anderen Zeiten oft auch nicht bedeutend mehr war... Nun möchte ich euch freilich an den Erkenntnissen des heutigen Tages teilhaben lassen:
- Thema Fußball: Angeblich sind total viele Fußballer homosexuell, aber nur die Frauen trauen sich zu outen. Jedenfalls sagt das Wiki. Über mögliche Kandidaten möchte ich hier aber nicht spekulieren.
- Thema Bangkok: Das ist die Stadt mit dem längsten und definitiv lustigsten Namen auf diesem Erdenrund: Auf Thai sagt man Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Ayuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit die Übersetzung und ne Möglichkeit, sich das mal anzuhören, gibts auch auf Wiki.
- Dann habe das wunderbare Wort suggerieren in meine Hausarbeit eingebaut, von dessen Bedeutung ich bisher nur eine vage Vorstellung hatte, jetzt weiß ich die Duden-Definition: seelische Beeinflussung.
Zum Schluss noch ein Erlebniss, dass ich mir noch nicht erklären kann, wo die Erkenntniss praktisch noch ausgeblieben ist: Heute abend, nach einbrechender Dunkelheit waren auf den Feldern hinter der Gartenstadt seltsame Laute zu hören, als wir näher kamen, stellten wir fest, dass es mehrere Vögel (? mein Mitjogger meinte, es seien Fledermäuse) sein mussten, die auf dem Feld rumsaßen und sich durch so seltsame Pfeifgeräusche unterhielten. Einer flog neben uns auf: Spannweite mindestens n halber Meter und auch sonst ein fetter Brocken (viel mehr konnte man nicht sehn, denn es war dunkel). Hat uns da unsere Phantasie einen Streich gespielt oder finden auf den Feldern verbotene Vogelversammlungen statt? Auf jeden Fall wird das nächste Mal ne Taschenlampe mitgenommen!