Dienstag, 8. Mai 2007

Monsun

Schade eigentlich, dass dieses Wort durch irgendwelche dahergelaufenen Bengels so einen seltsamen Beigeschmack bekommen hat.
Bei mir ändert sich das aber gerade und andere Assoziationen fangen an, wichtiger zu werden. Letzte Nacht z.B.
Für Ende Mai ist das Ende der Trockenzeit angesetzt, mit langsam regelmäßiger werdenden Regenschauern. Die fangen dieses Jahr wohl etwas früher an, nichts Ungewöhnliches.
Gestern gab es schon nachmittags einmal einen Monsunregen - Schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall scheint mir das Wort Schauer unzureichend: Eher passend, sowas wie "Es gießt aus Kübeln", dann aber wirklich 30 Minuten durchgängig. Ich als Radfahrerin bin dann erstmal an einem Ort gefangen, denn man ist sofort pitschnass, wenn man seinen Unterstand verlässt.
Diese Nacht jedenfalls fing es wieder an, als hätte jemand den Schalter auf "nass und laut" umlegt, rauscht plötzlich alles. Verstärkt durch das Blechdach natürlich, unter dem ich schlafe. Aber diese Nacht brachte das Dach neben der Lautstaerke noch einen Nachteil: Gerade war ich wieder am Wegdösen, als ich ein paar Spritzer auf meinem Gesicht wahrnahm - unfähig zu reagieren merkte ich, dass aus den Spritzern Tropfen wurden und schließlich raffte ich mich doch auf. Bei Licht wurde das Ausmaß der Überschwemmung sichtbar: Ein Teil des Zimmers stand schon unter Wasser und direkt über meinem Bett lief eine große Menge Wasser die Wand runter. Wahrscheinlich hatte sich auf dem Dach eine Wasserblase gebildet, die dann so schwer wurde, dass sie das Dach eingedrückt hat, denn wenige Minuten später hörte der Sturzbach in mein Zimmer auch schon wieder auf. Ich versuchte mit einem Handtuch, die gröbsten Wassermassen zu entfernen, gab es dann auf und schlief. Frühs war alles trocken und ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht doch alles nur geträumt habe... aber das nasse Handtuch lag noch auf dem Boden...

Montag, 7. Mai 2007

Ronan Keating in PP

Als ich vor ein paar Wochen am Fluss rumhing, sah ich zum ersten Mal das Plakat: Ronan Keating - mit stechend blauen Augen - Am 09.05. live in PP. Ohne viel zu überlegen, kaufte ich zwei Tickets für mich und meine kambodschanische Freudin Chea - Immerhin ist es der erste Internationale Solokünstler überhaupt, der in Kambodscha auftritt. Und dass es ein schmalziger Sunnyboy ist, kann man da mal eben außer Acht lassen.
Jetzt steht in der PPPost, das die Veranstater die Halle im Olympic Stadion mit 7.000 Plätzen nicht vollbekommen. Und dann habe ich auch mal ein bisschen nachgerechnet. Es gibt drei Ticketklassen, für 15, 25 und 65 Dollar. Für mich sind 15 Dollar kein Preis für ein Konzert.
Aber man muss sich mal überlegen, dass die meisten Menschen hier von weniger als einem Dollar am Tag leben. Und selbst, wenn das Konzert die Mittelklasse ansprechen soll, mit einem Verdienst von vielleicht 50-100 Dollar monatlich, dann sind die Kosten für die billigsten Plätze immernoch 15-30% des monatlichen Gehaltes. In Relation mit deutschen Einkommen würde die Karte also mehr als 200 Euro kosten.
Und erschwerend kommt hinzu, dass das eine Form der Unterhaltung ist, die man hier nicht kennt. Niemand bezahlt soviel Geld für einen Abend, in einem Land wo der erste Gedanke immer dem Überleben gewidmet ist...
Im einzigen englischen Radio-Sender LoveFM (einfallsreich, wa?) laufen die Bussibabba-Boyband-Balladen der 90er. Da spielen Namen keine Rolle, Hauptsache es kommt oft "Love and Missing You" in den Texten vor... Ronan Keating hatte maximal ein Lied, was man hier kennen könnte (if tomorrow never comes?) und das kann ihm keiner zuordnen.
Ich bin gespannt ob er übermorgen vor leeren Sitzen spielen wird.

Samstag, 5. Mai 2007

Happy Birthday

Ein Jahr Ich blogge!
oder andersrum... :-)
165 Beitraege - also knapp jeden 2. Tag
Mittlerweile ca. 30 Klicks am Tag
ave_happy_birthday
(Vielen Dank an ave für das Bild - eigentlich solltest du nix anderes mehr machen, als für mich zu zeichnen!)
Alles Gute Lieblingsseite!

Donnerstag, 3. Mai 2007

Frühstück der besonderen Art

Von Leben

Dienstag, 1. Mai 2007

Abenteuer mit aggressiven Ameisen

Das vergangene Wochenende habe ich in seeliger Ruhe in Kohkrabai verbracht, einem Dorf bei Phnom Penh (ein paar Kilometer südwestlich). In diesem idyllischen Straßenort entlang des Bassac Flusses besitzt mein Chef ein kleines, nettes Häuschen, sicherlich ohne solche Luxusgüter wie fließend Wasser oder Ausgehmöglichkeiten am Abend, dafür wartet dieses Fleckchen Erde aber mit einer Terrasse am Fluss auf, wo ein altes Männlein wohnt, dass einen ungefragt mit Tee und Hängematte versorgt und zudem noch nett lächelt und ganz nebenbei ein bisschen Khmer unterrichtet.
Haengematte1
Doch leider war es mir diesmal nicht vergönnt, den ganzen Tag in meiner im Fluss-Wind sanft schaukelnden hängenden Matte zu verbringen und kambodschanische Schelmenromane zu lesen, sondern dieses Wochenende galt es, die Ärmel hochzukrempeln, in die Hände zu spucken und das Schicksal beim Schopfe zu packen. Na gut vielleicht nicht das Schicksal, wohl aber einige hundert Mangos, die in der kleinen Plantage (50 Bäume) meines Chefs im saftigsten Grün an den Bäumen hingen, welche wiederrum riefen: „Schüttel uns, unsere Mangos sind schon reif.“ Leider war das nicht so einfach wie im Märchen bzw. mit den Äpfeln. Mangos halten sich krampfhaft an ihrem Mamabaum fest, aber die uralte Kultivierung hat hierfür freilich ein technisch perfektes und in der Herstellung billiges Hilfsmittel entwickelt: Ein kleiner Korb an einer langen Stange, in dem man die Mango mit etwas Feingefühl einfangen und dann runterreißen muss.
Von kokrabai
Eine scheinbar einfache und abwechslungsreiche Arbeit, die ohne größere Schwierigkeiten auch für einen Mangoerntenlaien wie mich schaffbar scheint. Zuerst war das auch so. Aber dann.... Gerade hatte ich mich eingearbeitet und hatte eine gute Technik raus, die Mangos in das Körbchen zu bekommen, da spürte ich einen ersten Pieks im Bein. Ich dachte mir nichts weiter dabei, schlug das Insekt ohne hinzuschauen von meinem Unterschenkel und machte weiter. Plötzlich, ein weiterer Schmerz, und dann spürte ich das Krabbeln auf meinen Beinen. Ich schaute an mir runter und alles war voller riesiger (mindestens 1 cm!) roter Ameisen, die versuchten in meine Kleidung einzudringen und es sich unterwegs nach oben nicht nehmen ließen, hier und da kräftig zuzubeißen. Ich ließ den Stab im Baum lehnen und sprang schreiend einbeinig durch den Mangohain und versuchte die Fiecher abzuklopfen, wegzuschnippen oder irgendwie davon abzuhalten, in meine Hose zu krabbeln. Leichter gesagt als getan, die sind echt hartnäckig – krallen sich fest mit ihren grässlichen sechs Beinen und lassen nicht locker.
Schließlich hatte ich meine Beine befreit und griff wieder zu meinem Arbeitsgerät, um an anderer Stelle weiterzumachen, aber da waren schon meine Arme voller Ameisen, die über den Stab vom Baum herunter gekrabbelt waren, um ihre Mangos zu verteidigen. Wieder folgte ein erbitterter Kampf, an dessen Ende ich es schließlich aufgab, und mich resigniert dem Einsammeln der Früchte widmete. Das war allerdings auch nicht besser, denn auf jeder am Boden liegenden Mango saß ein Team von den Mistbiestern und wartete auf meinen Zugriff. Näherte ich mich mit meiner Hand, stellten sie sich auf ihre vier Hinterbeine und drohten mit ihren Beißwerkzeugen – kein schöner Anblick. Ich tat es den anderen Sammlern gleich und sammelte schnell, um die Fieslinge dann von meinen Händen zu klopfen, wo die Haut zu dick ist, als das ihre Bisse wehtun könnten. Das Einsammeln war also nicht weniger gefährlich, aber ich stürzte mich in den Spießrutenlauf und versuchte mich ein wenig nützlich zu machen.
Ameise
Zur Belohnung gab es ein wunderbar leckeres Picknick unter Mangobäumen, ohne Ameisen und ich konnte meine geschwollenen Arme und Beine kühlen. Aber den Kampf mit diesen kleinen Monstern werde ich wohl nicht so schnell vergessen. Das ist wirklich was anderes, als die kleinen Schwarz-roten die ich zuhause in meinem Müsli hab – die riesigen Roten waren wirklich aggressiv und haben gezielte Angriffe gestartet... Übel, wenn man die in der Wohnung hat, na dann Gute Nacht, oder besser keine Nacht...
Mehr Bilder zu meinem Abenteuer gibt’s bei Picasa.

Ansonsten wäre noch zu erwähnen, das sie ganz schlimme Hitze hier überstanden scheint, es regnet mittlerweile fast jeden zweiten Tag und die Nächte sind mit Ventilator auf Stufe 1 durchaus erträglich. Selbst die kalte Dusche am Morgen bringt mich mittlerweile zum Frösteln.

Noch ne andere Frage am Rande: Wieso hat man am Tag der Arbeit eigentlich frei? hehe

Donnerstag, 26. April 2007

Ketten-SMS, die ernst macht

Wer kennt sie nicht, diese Ketten-E-Mails und ICQ-Nachrichten, die einem das absolute Glück, wenn man sie weiterleitet, und den sofortigen Tod, wenn man es nicht tut, versprechen?
Ich hab gestern Abend eine Ketten-Sms der besonderen Art bekommen:
Tell everyone, please don't eat the beef cuz some cows are dead at Svay Si So Phon (im Westen an der Grenze zu Thailand), maybe more than 100. Please forward this to everyone you know. Thanks
In diesem Fall könnte doch tatsächlich mal die üble Prophezeiung wahr werden.
Interessant auch, wie sich solche Meldungen hier verbreiten. Selbstverständlich ist aus den Medien heute nichts darüber zu erfahren. Aber wer weiß, wie viele Kühe tatsächlich gestorben sind, und ob überhaupt...

Dienstag, 24. April 2007

Phnom Penh in der FAZ

Ein gelungener Artikel über Kambodschas Hauptstadt, für die, die es interessiert...

Montag, 23. April 2007

'Your chance to take part in making history'

Da ich es in den letzten Tagen mit mehreren Travellern davon hatte, und dann heute auch noch diverse Banner in der Stadt hängen hab sehen, musste ich zu diesem Thema mal Genaueres erfahren:
Angkor Wat for 7 wonders!
Your Vote for Angkor!

(das liest man auf den Bannern, die an der Phnom Penher Uni hängen)
Angkor
Und die Diskussionen mit den anderen Travellern gingen meistens darum, was die 7 Weltwunder überhaupt sind und ob oder warum Angkor Wat nicht dazu gehört. Keiner hat sie tatsächlich alle zusammenbekommen. Ich wusste zumindest, dass es alles Bauwerke der Antike waren und nur noch die Pyramiden stehen, aber über die Hängenden Gärten und den Koloss von Rhodos und irgendein Zeustempel in Athen bin ich auch nicht hinaus gekommen.
Hier noch mal die komplette Liste, natürlich aus meiner Lieblingsquelle Wikipedia, die ja bekanntlich (ähnlich wie das Fernsehen) immer Recht hat:
  1. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon
  2. Der Koloss von Rhodos
  3. Das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos
  4. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria
  5. Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten
  6. Der Tempel der Artemis in Ephesos
  7. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia
Diese Liste stammt von Reiseführern älterer Zeiten, und laut Wiki gibt es mittlerweile diverse Versuche, die Liste an die aktuell noch bestehenden Bauwerke anzupassen, allerdings scheint keine dieser Listen wirklich etabliert zu sein, was auch die weitschweifenden Vorschläge der anderen Traveller bewiesen haben.
Jetzt gibt es ein neues Projekt, in Verbindung mit den Bannern, die an der Phnom Penher Uni hängen, und wahrscheinlich nicht nur dort: Jemand in der letzten Zeit am Eiffelturm, an Neu Schwanenstein, Machu Picchu und ähnlichen weltwunderwürdigen Menschenwerken vorbeigekommen? Da steht dann wahrscheinlich auch: Votre vote pour Ségolène Royale le tour Eiffel! Oder so...
Auf jeden Fall wirbt diese Seite: New7wonders jetzt ganz fleißig für Deine Möglichkeit, Geschichte zu schreiben...Man kann wohl in dieser neuen Abstimmung die aktuellen Weltwunder bestimmen (gebaut vor dem Jahr 2000). Also ran an die Wahlurnen, öhm, Mäuse und Tastaturen und Stimme abgeben! Vielleicht kann man sich diese Sieben ja auch merken...
Warum eigentlich gerade Sieben? Das ist der Zauber dieser magischen Zahl Sieben: das Göttliche (3) addiert mit dem Irdischen (4), die Woche (in der Gott die Welt schuf), die 7 Berge der 7 Zwerge... Und wann sonst sollte dann die Entscheidung zu den neuen 7 Wundern fallen, wenn nicht am 07.07.07?

Mehr Meer

Ja was für ein ausgelutschtes Wortspiel das doch ist. Aber trotzdem immerwieder lustig...
Sihanoukville
Das Foto ist geklaut, und zwar von hier. Ich würde euch gern eigene Bilder posten, aber noch immer kann ich meine Kamera nicht benutzen, was mich von Tag zu Tag mehr ankotzt. Es gibt so viele Sachen, die ich gern festhalten würde. Bei früheren Reisen war das kein Problem, da waren immer Leute mit Kameras dabei, aber diesmal... hmpf... Naja vielleicht wirds diese Woche was.
Zurück zum Meer. Ich bin dieses Wochenende meer (okay ich hör auf damit) oder weniger spontan an die Küste gefahren. Das dauert so vier Stunden mit dem Bus, kostet 3 Dollar und ist ziemlich unkompliziert. Unten angekommen, bin ich an den Touristrand gefahren, hab mir nen Guesthouse gesucht (Einzelzimmer sind verdammt teuer) und hab dann den Rest des Wochenendes an und in dem tollen Wasser verbracht, das dort in unendlichen Mengen an den Landrand schwemmt (genannt Meer). Phnom Penh ist so stressig, so heiß und von Feinstaub möchte ich gar nicht erst reden... So das man in der Stadt eigentlich nicht zur Ruhe kommen kann. So bot der Aufenthalt am Meer für mich eine der bisher sehr seltenen Möglichkeiten, mal so richtig auszuspannen. Und gerade als ich anfing, über gar nichts mehr nachzudenken und die Wellen meinen Kopf vollkommen frei geschwemmt hatten, war der Sonntagvormittag rum und ich fand mich im Bus Richtung Phnom Penh wieder. Aber so ist das ja immer, wenn man Urlaub macht.
Trotzdem muss ich sagen, dass es ein schöner Trip war, auch wenn ich allein unterwegs war. Am Strand fanden sich so viele Leute, mit denen man bei Bedarf einen Traveller-Smalltalk halten konnte, und wenn man seine Ruhe will, dann hat man dort seine Ruhe... Und dann die Meeresfrüchte... Lecker.
Im krassen Gegensatz dazu natürlich auch die vielen Kinder, die an den Touristenstränden auf und ab laufen, um Massagen, Armbänder und Epilierung verkaufen, anstatt in die Schule zu gehen.

Animalisch

Germanistik-Studentin aus Bamberg lenkt sich mal wieder von der Arbeit ab

GrüßDich

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der erdbeerstoff ist wirklich großartig, ich sollte...
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