Mittwoch, 10. November 2010

Die Angst vorm Theater oder wie schön es ist, angenehm überrascht zu werden

Wenn ich ins Theater gehe, habe ich immer ein bisschen Angst. Angst, underdressed zu sein oder Angst, das Stück nicht zu verstehen. Am meisten Angst habe ich aber davor, mich tödlich zu langweilen. Im Kino dagegen kuschelt man sich bei Bedarf in Jogginghose in die Polster und weiß auch dank IMDb oder Filmstarts.de so ungefähr, was da auf einen zukommt. In 90% der Fälle geht man zufrieden oder sogar wirklich begeistert nach Hause. Beim Theater liegt diese Quote bei mir so bei 50% - was auch daran liegen kann, dass wir hier in Bamberg sind - ok nein, kein E.T.A.-Hoffmann-Theater-Bashing an dieser Stelle, immerhin haben einige Stücke, die ich in letzter Zeit dort gesehen habe, die Quote stark angehoben. Wirklich positiv überrascht hat mich aber das Stück, das ich gestern gesehen habe...

Diesmal aber keine Lobeshymnen auf das Bamberger Ensemble, sondern auf Dominique Lorenz und Michael Schanze vom Bayrischen Hof in München, die am E.T.A. nur für drei Tage mit dem Stück „Vier linke Hände" gastieren. Wenn ihr die Möglichkeit habt, versüßt euch den Donnerstag mit dem Besuch dieses Stücks, ich kann es nur empfehlen!

Man stelle sich vor, man wäre als Ersti in den Semesterferien in Bamberg geblieben: So ungefähr muss sich der August in Paris anfühlen. Dieser seltsam stille Monat führt in „Vier linke Hände" die Nachbarn Sophie und Bertrand zusammen. Würde man den Uni-Bamberg-Vergleich weiterführen, wäre Bertrand so etwas wie ein nerdiger ITler (nichts für ungut), der außer zum Chips-Kaufen nie die Wohnung verlässt, und Sophie eine EuWi-Partymaus, die mit der plötzlichen Semesterferien-Leere nicht zurechtkommt und so versucht, dem ganzen Elend ein Ende zu bereiten. Wenn zwei so unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen, sind witzige Momente vorprogrammiert und wenn Sophie dann noch zu afrikanischen Trommeln die Hüften schwingt, kullern beim Publikum die Lachtränen. Gelacht wurde im E.T.A.-Hoffmann-Theater gestern so heftig, dass an einer Stelle selbst die Schauspieler nicht anders konnten und mitlachten...

Einziger Schwachpunkt: Das Ende war mir dann doch zu kitschig... Aber das Gesamtpaket passt, deswegen nochmal die Aufforderung: Unbedingt anschauen!

Ach ja, es gibt auch einen Trailer im Internet.

„Vier linke Hände" läuft nur noch am 11.11. um 20 Uhr im Großen Haus.

Fail

Arrrg.
Heute hab ich mal bei einem Archiv angerufen, dem ich in den letzten Wochen schon mehrere Emails geschrieben habe, auf die keiner antwortet, und sowas nennt sich "moderner Dienstleister". Naja jedenfalls erzählt mir die Dame, dass das Archiv im Dezember wegen Umzugs für mehrere Monate schließt! Und dass mein Antrag wahrscheinlich mindestens vier Wochen braucht... Und wenn ich dann die Genehmigung habe, brauch ich auch noch einen Arbeitsplatz dort im Archiv, dafür gibts auch Anmeldefristen. Arg, wie soll das noch klappen in den nächsten vier Wochen? Zumindest den Antrag hab ich rechtzeitig gestellt - theoretisch - jetzt müssen die den nur noch bearbeiten...
Wenigstens der Anruf bei der BStU-Zweigstelle Gera war erfolgreich: Nette Mitarbeiterin mit wohlbekannter dialektaler Einfärbung versprach rasche Bearbeitung, na da hoffe ich mal, dass das nun auch tatsächlich funktioniert.

Überlege ernsthaft, das Diplomarbeitsthema in eins zu ändern, für das ich weder auf Menschen noch auf Ämter angewiesen bin. Das hatte mir eine gute Freundin sowieso vorher schon als wichtigsten Tipp mit auf den Weg gegeben. Sechs Monate in der Bib sitzen und Bücher wälzen: Ein Traum!

Noch eine wichtige Entscheidung in Sachen DA: Sobald ich das Thema habe, wird die auch angemeldet, damit die Überlegungen zur Studiumsverlängerung ein Ende haben.

Montag, 8. November 2010

Was passiert, wenn man sich mit einem Blogger anlegt

Magazin klaut Story aus dem Web und erwartet hinterher noch die Dankbarkeit der Autorin (redigiert ist die soo viel besser!)... Wäre vielleicht alles nicht so dumm gelaufen, wäre die Frau keine Bloggerin und hätte sich diese wahnwitzige Geschichte sich nicht entsprechend schnell in der Web-2.0-Gemeinde rumgesprochen...

Hab die Story gerade auf diesem Blog gelesen und mir dann mal die Facebook-Seite angeschaut: Zum Schießen!

Donnerstag, 4. November 2010

Motivation via Weblog

Lieber Blog,
bitte entschuldige, dass ich Dich so schändlich - fast ein Jahr lang - vernachlässigt habe, aber das ist so.... ich bin eben stinkefaul.

Genau aus diesem Grund (Faulheit) jetzt ein erneuter Versuch der Wiederbelebung. Einen besonderen Anlass gibt es auch: Nämlich meine Diplomarbeit, an der ich eigentlich schon seit Anfang September arbeite und die ich Ende März eigentlich abgeben möchte.
Folgender Plan: Ich halte hier im Blog den Fortschritt von Projekt "Diplomarbeit" fest, sehe nach wenigen Tagen ein, dass es so nicht weitergehen kann und stürze mich dann tatsächlich in die Arbeit. Im Optimalfall kann der geneigte Leser - also irgendwer (falls es überhaupt jemanden gibt), der in diese Wörtergruft zufällig nochmal reinschaut - dieses Vorhaben kommentierend unterstützen, etwa so: "Oda, ich fass es nicht, dass Du immer noch nichts zu Stande gebracht hast, und dabei arbeitest Du schon zwei Monate an dieser Sache!!"
Fernziel wäre dann eine Dokumentation der ganzen Arbeitsphase, um irgendwie den Überblick zu behalten. Außerdem erhoffe ich mir eine Strukturierung meiner Gedanken, wofür das Niederschreiben ja förderlich sein sollte. Und schlussendlich soll kontinuierliches Schreiben ja auch ganz wirksam bei Schreibblockaden sein.

Ein paar allgemeine Informationen zum Projekt "Diplomarbeit" und der bisherige Arbeitsfortschritt:
Der Arbeitstitel lautet "Zensur in der DDR-Literatur", ich möchte das Thema gern exemplarisch an einem Werk nachverfolgen. D.h. ich finde ein bestimmtes Buch, das in der DDR erschienen ist, schaue mir die Stasi- und Verlagsakten dazu an und beweise anhand dieses Materials, wie und warum das Buch durch die DDR-Zensur-Maschinerie verändert, behindert und schließlich doch veröffentlicht wurde. Laut Prof. Ecker (der übrigens einen vorbildlichen Dozenten-Blog führt) ein "solides" Thema für eine DA...
Mittlerweile habe ich einen Antrag an die Birthler-Behörde gestellt, der laut Sachbearbeiter HEUTE (geschätzte vier Wochen später) zur Zweigstelle Gera weitergeleitet wurde. Ich habe um Einsicht in die Stasiakten von Gabriele Stötzer (lebt noch, ich habe ihre Einwilligung), Sylvia Kabus (lebt auch noch, noch keine Kontaktaufnahme), Christoph Hein (lebt auch noch, auch kein Kontakt bisher) und Hanns Cibulka (bereits verstorben, im Moment der interessanteste Kandidat) gebeten.
Unklar ist mir im Moment, ob ich die Einwilligung überhaupt brauche, da es sich ja um "Personen der Zeitgeschichte" handelt... Aber da muss ich jetzt mal auf den nächsten Sachbearbeiter warten. An sich kann ja ein Kontakt zu den Autoren nie verkehrt sein, da vielleicht auch Interviews als Quelle der Arbeit funktionieren könnten.
Nächste Schritte also: Weitere Kontaktaufnahmen und Lektüre bereits vorhandener Sekundärliteratur.
Außerdem: Noch mehr Primärliteratur lesen! (und endlich mit Thomas Mann zum Einschlafen aufhören)
In die Bibliothek gehen.
Uni packt an! (= riesiger Zeitfresser in den letzten Wochen) endlich abschließen.

Montag, 21. Dezember 2009

Winter Wonderland

Vielleicht habt ihr es ja in der Tagesschau gesehen: In Washington wurden wir an diesem Wochenende gewaltig eingeschneit. Am Freitagabend fing es an und dann hörte es 24 Stunden lang nicht mehr auf.
Wir haben uns hier mit Essen eingedeckt und im Wohnheim vergraben und beobachtet, wie die Schneewand vor unserem Fenster im Erdgeschoss wuchs.
Am Samstag morgen fuhr außer der U-Bahn nichts mehr und meine Freundin musste alle Versuche aufgeben, rechtzeitig zu ihrem Flugzeug zu kommen. Wir haben uns am Samstag auch nur mal kurz rausgetraut, um mir ein Paar Winterstiefel zu kaufen und dann schnell wieder ins Warme zu verschwinden...
Am Sonntag dann strahlender Sonnenschein und wir wagten uns wieder nach draußen, wo die Hausmeister gerade die wichtigsten Versorgungswege freischaufelten und meterhohe Schneeberge auftürmten.
Zusammenfassung meines Wochenendes: Knietiefer Schnee, ein Schneemann, zwei Schneeengel, viele viele Filme und Serien und laut der Washington Post der schneereichste Tag seit 70 Jahren...
Ich hab gehört, dass es in Deutschland eiskalt sein soll!?
Meine Vermutung: Das ist die Rache von Kopenhagen...
snow

Montag, 14. Dezember 2009

Neuer Personalausweis

Ich wollte an der Stelle nur mal loswerden, dass ich den neuen Personalausweis im Scheckkartenformat super finde. Es ist naemlich immer wieder schwierig, einen Geldbeutel zu finden, in den der alte Perso wirklich gut reinpasst.
Auslesbar bin ich dank meines Studierendenausweises ja eh schon...

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Mein Highlight

Heute war ein großer Tag. Ein großer Tag für mich.
Er endete damit, dass ich mit einem so breiten Grinsen Metro gefahren bin, dass mich die Leute schon komisch angeschaut haben. Aber das musste sein, denn heute habe ich schließlich meine Behind-The-Scenes-Nacktmullen-Tour bekommen! Der nette Nacktmullen-Mann schloss die heiligen Türen auf und holte eins der Kleinen aus der Röhre.
Nacktmull_gross
Von ganz nah Bilder machen zu können war schon großartig, aber als er mir dann auch noch angeboten hat, den Mull mal zu halten, bin ich beinahe aus den Latschen gekippt. Der Nacktmull war erstaunlich warm, hat wahrscheinlich vorher unter der Wärmelampe gechillt (wir erinnern uns: Nacktmulle sind wechselwarm) und die Haut fühlte sich dünn und zart an. NacktmullundichTatsächlich konnte man auch die ganzen Adern und Gedärme durchscheinen sehen und die Knochen fühlen. Der Nacktmullen-Mann hat mir dann auch noch was Neues erzählt, nämlich dass die Mullen, weil sie so schlecht sehen, einfach weiterlaufen, wenn ein Abgrund kommt... Außerdem hat er mir erzählt, dass die ganz schön zubeißen können. Einmal sei er dabei gewesen, als ein Mann gebissen wurde: Der sei ganz blass geworden und schließlich in Ohnmacht gefallen. Und er musste beide Hände benutzen, um die Kiefer des Mulls zu lösen (wir erinnern uns: ein Großteil der Muskelmasse konzentriert sich bei den Mullen auf das Gebiss). Da wurde ich auch ein bisschen schwach mit dem Mull auf der Hand, aber er war ganz brav und hielt sogar still fürs Bild...
Auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis zu meinem letzten Arbeitstag im Zoo *schnüff...

Sonntag, 29. November 2009

Action at the Zoo - Oh Deer!

Ein spannendes Erlebnis im Zoo, von dem ich euch noch gar nicht berichtet habe, aber vielleicht habt ihr es ja auch schon selber auf Spiegel Online gesehen.
An einem Sonntag vor ein paar Wochen beschloss ein panisches Reh aus dem nahem Park, eine Abkürzung durch das Löwengehege zu nehmen. Schlechte Wahl, denn die beiden Löwendamen hatten gerade Ausgang und spielten dann ein bisschen Katz und Maus mit dem Kleinen. Irgendwer nahm die Geschichte mit dem Handy auf und geboren war eine Internet-Meldung. Am Tag selber war nicht so viel in den Medien, aber nachdem das Video tausendemale geklickt wurde, schickte so ziemlich jeder Fernsehsender ein Team los, um die Löwen zu filmen oder den "Citizen Reporter" zu befragen. (an dem Tag durfte ich die ganze Zeit Filmcrews mit dem Golfcart durch den Zoo fahren)
Die anderen Blogs und Homepages (unter anderem auch Spiegel Online) machten sich allerdings nicht die Mühe, die Fakten zu checken und übernahmen die Aussage des YouTube Videos, dass es sich um ein Baby Reh handelte (es war schon ausgewachsen). Naja, so ist das eben mit dem double checking heutzutage.
Die Geschichte ging übrigens nicht gut aus: Das Reh haben sie zwar gerettet, es musste aber eingeschläfert werden...

Montag, 16. November 2009

Erste amerikanische Kirchen-Erfahrung

Ueber das International Friendship Programm der American Universtity habe ich gestern eine echte amerikanische Familie kennengelernt. Das erste Treffen fand in der McLean Bible Church statt, ein riesiger Kirchen-Campus mit eigenem Parkdeck!
Ich war schwer beeindruckt von diesem Komplex. Mein "Gast"-Vater hat mir erklaert, dass die Gebaude nicht als Kirche vorgesehen waren, aber von der Kirche, die dringend mehr Platz brauchte, spaeter gekauft wurden. Auf jeden Fall war das Parkdeck am Sonntag Mittag so gut wie voll und der Gang durch die Raeumlichkeiten ein echtes Erlebnis: Ueberall Menschen allen Alters, eine Cafeteria, Meetingraeume fuer alle moeglichen Interessen (z.B. viele Angebote fuer Singles) und dann das Auditorium (also der eigentliche Kirchenraum), in dem ein ganzes Orchester spielte...
Ich bin gespannt auf meinen ersten Gottesdienst dort. Der Pfarrer soll ein Grund dafuer sein, dass die Kirche ein Parkdeck braucht.
Irgendwie scheinen die Amerikaner es besser zu schaffen, die Bibel relevant fuer die Menschen zu machen. "So What?", wie der Pfarrer dort zu sagen pflegt... Auch wenn man sich die Webseite anschaut, kann man sehen, dass diese Kirche in der Gegenwart angekommen ist.

Animalisch

Germanistik-Studentin aus Bamberg lenkt sich mal wieder von der Arbeit ab

GrüßDich

Du bist nicht angemeldet.

Neulich

Starker Kiefer
Ist auch gut, dass die Kleinen stark zubeissen können...immer...
H.Volke (Gast) - 10. Feb, 07:59
Neuer Blog, neues Glück!
Ich will mich von alten Studenten-Lasten trennen und...
anima - 13. Jun, 18:14
Oooch ...
Jetzt hab ich doch glatt den Jahrestag zum letzten...
Ilona (Gast) - 11. Jun, 14:17
schwul
schwul
hässlon (Gast) - 24. Jan, 21:26
Hey Oda!
Mach doch mal wieder was für Dein Blog! Immerhin eroberst...
Kelly (Gast) - 14. Okt, 19:02
Schick,...
.. schickt. Wann geht die Tasche in die Serienproduktion?
hacka (Gast) - 21. Mai, 10:57
Gretelies Tasche
... ist mein nächstes Vorhaben, mit den gleichen Stoffen,...
anima - 22. Mär, 09:47
gratulation!
der erdbeerstoff ist wirklich großartig, ich sollte...
paule (Gast) - 21. Mär, 23:54

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Online seit 7346 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 10. Feb, 07:59

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